Was Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger mit Kunden zu tun haben

Was haben Kosten mit den Kunden zu tun?

Was haben Kosten mit den Kunden zu tun?

Natürlich ist es für Unternehmen wichtig, festzuhalten, wofür das Geld ausgegeben wird : für Personal, Material, Energie, Gebäude, Maschinen, Versicherungsbeiträge, Büromaterial etc.. Vom Kunden ist zunächst einmal keine Rede. Obwohl jeder weiß, das Kunden die Unternehmensressourcen in Anspruch nehmen, wenn sie Leistungen beziehen.

Kostenstellen folgen oft funktionalen Gliederungsprinzipien: Fertigung, Versand, Einkauf, Vertrieb, Rechnungswesen, Forschung und Entwicklung, etc. Der Kunde durchläuft mit seinem Auftrag nahezu alle Abteilungen, je nachdem wie tief diese gegliedert sind. Explizit taucht er aber  allenfalls im Rechnungswesen und im Vertrieb auf.

Als Kostenträger wird oft das Produkt oder die erstellte Dienstleistung für den Kunden bezeichnet. Die Herstellung oder Erstellung des Produktes bzw. der Dienstleistung erstreckt sich auf die sog. Leistungsabteilungen, die einen direkten Beitrag hierfür leisten. Um die Herstellkosten des Produktes oder der Dienstleistung zu berechnen, reicht dies ja auch aus.

Es fehlt wieder der Kunde, der über seinen erteilten Auftrag Produkte und/oder Dienstleistungen beziehen möchte. Es werden zur Auftragsabwicklung und zur Gewinnung und Betreuung des Kunden ja noch weitere Ressourcen in Anspruch genommen:

Betrachten wir dies am Beispiel der Kostenart Reisekosten: diese fallen in verschieden Kostenstellen an: der Leiter Forschung und Entwicklung reist zum wissenschaftlichen Kongress, die Geschäftsführung zum Verbandstreffen der Branche und der Vertrieb im Außendienst zu seinen Kunden.

Mit Blick auf den Kunden geschieht dies jedoch in höchst unterschiedlicher Intensität: es gibt Kunden, die erhalten gar keinen persönlichen Besuch (z.B. wegen ihres Potenziales oder Vertriebsweges als Kunde im Online-Shop), andere wiederum nur einmal im Jahr und letztere mehrmals, weil z.B. Reklamationsfälle aufwendig zu bearbeiten sind und es sich um einen wichtigen Key-Account Kunden handelt.

Es leuchtet unmittelbar ein, dass die durchschnittlichen Reisekosten pro Kunde, wenn einmal der Anteil der Reisekosten des Vertriebs identifiziert ist, wenig Aussagekraft haben. Es gibt Kunden, die überhaupt keine Reisekosten des Vertriebes beanspruchen und auf der anderen Seite  auch solche, die relativ hohe Reisekosten verursachen.

Dies gilt auch für andere typische kundennahen Kosten, wie z.B. Angebotskosten, Auftragsabwicklungskosten, Servicekosten, Mahnkosten, etc. Diese Kosten, die benötigt werden, um einen Kunden zu bedienen, fallen pro Kunde in sehr unterschiedlicher Höhe an und beeinflussen die Kundenprofitabilität durchaus stark. Wir reden hier über einen Kostenblock, der  ca. 40 % der Gesamtkosten ausmacht.

In der klassischen Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung kommt der Kunde leider nicht vor. Wie dieses Dilemma gelöst wird, folgt hier.